Züge und “large men”
Das Trolley Problem, Szenario “Fussgängerbrücke” führt in die düstere Welt der Moral und sieht folgendermassen aus:
Sie befinden sich auf einer Fussgängerbrücke und betrachten ein Gleis an dem fünf Arbeiter beschäftigt sind. Ein TGV fährt auf die ahnungslose Gruppe zu. Plötzlich verdunkelt ein “large man” ihnen die Aussicht auf das drohende Spektakel. Jetzt kommen sie auf den Gedanken, den “large man” bei seinem Gürtel zu packen, ihn mit aller Kraft über das Geländer zu hieven und ihn vor den fahrenden Zug zu werfen. Dadurch würde, so ihre messerscharfe Kalkulation, der Zug gebremst und die fünf Arbeiter am Leben bleiben.
Folgende Dinge sind bemerkenswert:
Schön waren die Zeiten wo “large men” noch so selten waren, dass sie als Beispiele für Philosophische Gedankenexperimente herhalten konnten. Heute könnte man sagen: ein Fussgänger begegnet ihnen. Da circa die Hälfte der Gesellschaft übergewichtig ist, wäre die Chance nicht schlecht, dass irgendein Passant auch “large” wäre.
Züge trugen zu dieser Entwicklung bei.
Einen erwachsenen Menschen hochheben ist nicht so einfach.
Auch ein XX-large man wäre wirkungslos.
Statt am Gürtel wäre es wirkungsvoller, die Knie des “large man” mit beiden Armen zu umfassen, ihn mit dem Gewicht des eigenen Oberkörpers aus der Balance zu bringen, so dass er mit seinen Hüften gegen das Geländer kippt. Dann könnte man in die Knie gehen, den Rücken gerade halten und mit einer Bewegung aus der Hocke aufstehend, den “large man” über den Drehpunkt am Geländer, relativ leicht von der Brücke befördern.
Er würde in der Luft rotieren.
Wehrt sich der “large man” haben Sie keine Chance. Ausser sie üben Kreuzheben.
Hat der “large man” einen Hund an der Leine, dann bietet es sich an, den Hund zuerst von der Brücke zu werfen. Der “large man” würde perplex und von infantilen Automatismen gesteuert, sich sofort mit Kopf und Oberkörper in Richtung des fallenden Hundes richten. So über das Geländer gebeugt könnten sie dann von hinten den “large man” viel einfacher darüber lupfen.
Sind sie selber ein “large man” –
Sollten sie je in ein solches Szenario geraten, schauen sie dem “large man” auf die Schuhe, murmeln sie etwas von deontologischer Moral, aber gehen Sie in Gottes Namen weiter.